Nicht nur der Schienenpersonenverkehr, auch der Güterverkehr auf der Schiene hat mit vielfältigen Herausforderungen zu kämpfen: Baustellen, Verspätungen, Infrastrukturprobleme und Planungsunsicherheit durch wechselnde politische Strategien bremsen das Wachstum eines Verkehrsträgers aus, der eigentlich enormes Potenzial hat. Güterzüge können große Mengen mit vergleichsweise wenig Personal bewegen, Straßen entlasten und Regionen zuverlässig mit Materialien und Waren versorgen. Der Verkehrssektor ist für rund 20 Prozent der Treibhausgase in Deutschland verantwortlich – der Großteil entfällt nach wie vor auf den Straßenverkehr. Damit bietet die Schiene nicht nur eine leistungsfähige Alternative zum LKW, sondern auch die Möglichkeit, Transportketten effizienter und nachhaltiger zu gestalten und Engpässe durch den sich zuspitzenden Mangel an LKW-Fahrer*innen abzufedern. Es spricht also vieles für den Transport von Gütern auf der Schiene. In der Praxis ist der Umstieg von der Straße auf die Schiene jedoch manch einem Unternehmen ein Buch mit sieben Siegeln. Kein Wunder: Logistik ist ein hochkomplexes Feld, zudem eignet sich nicht jede Fracht problemlos für den Transport auf der Schiene und auf der berühmten „letzten Meile“ holpert es manchmal gewaltig, vor allem in ländlichen Regionen.
Was hilft hier weiter – und vor allem: wer? Seit Sommer 2025 gibt es dafür eine Anlaufstelle namens „Railcoach Schleswig-Holstein“. Das Projekt wurde gemeinsam von der Landesregierung, der Logistikinitiative und der IHK Schleswig-Holstein ins Leben gerufen. Die Mission: mehr Straßengüterverkehr auf die klimafreundliche Schiene zu verlagern und die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft zu verbessern. Der Railcoach ist als Scharnier zwischen Wirtschaft, Bahnbranche, Infrastrukturbetreibern und Verwaltungen gedacht. Unternehmen aus Schleswig-Holstein können eine kostenlose Erstberatung in Anspruch nehmen. Dabei geht es um Fragen wie: Welche bestehenden LKW-Transporte lassen sich sinnvoll auf die Bahn verlagern? Wie kann die Schiene in die bestehende Lieferkette integriert werden? Welche Fördertöpfe gibt es? Welche Kontakte zu Bahnunternehmen, Logistikdienstleistern, Werksbahnen und Terminalbetreibern sind zielführend?
Für diese und viele weitere Fragen konnte eine Fachfrau erster Güte gewonnen werden: Berit Börke, Inhaberin der 6 los! Unterwegs im Netz Unternehmensberatung Partner for Pioneers, bringt mehr als 20 Jahre Managementerfahrung in der Logistik mit, unter anderem als Vorständin von TX Logistik, einem der größten Transportunternehmen für Schienengüterverkehr in Europa. Sie selbst beschreibt ihre Aufgabe so: „Als Railcoach möchte ich Unternehmen durch das System Schiene navigieren, den Umstieg erleichtern und mich gezielt dafür einsetzen, dass die Infrastrukturkapazität bedarfsgerecht ausgebaut wird.“ Dazu will die Logistikerin Impulse setzen, Akteure vernetzen und Unternehmen praxisnah beraten. Die Resonanz auf den Projektstart sei bislang sehr positiv: „Seit Mitte Juli 2025 wurden mit mehr als 20 Unternehmen und Institutionen Gespräche geführt und Ideen diskutiert“, so Berit Börke. „Erste Unternehmen der verladenden Wirtschaft lassen bereits Verlagerungsmöglichkeiten prüfen.“ Sie haben offenbar erkannt: Im Schienengüterverkehr schlummert eine Menge Potenzial für die Wirtschaft. Railcoach Berit Börke hilft dabei, es zu nutzen.
Für wen ist der Railcoach eine Anlaufstelle?
- Unternehmen aus Industrie und Handel,
die nachhaltige Transportlösungen suchen - Logistikdienstleister, Speditionen, Reedereien
- Eisenbahnverkehrsunternehmen und andere Akteure der Bahnbranche
- Kommunen, öffentliche Hand
Kontakt:
Berit Börke
Railcoach Schleswig-Holstein
moin@railcoach.sh