Die Heimat Norddeutscher Gelassenheit
Vielleicht ist es ein typisch norddeutsches Phänomen: Dort, wo niemand viel Wind um die Dinge macht, gibt es oft am meisten zu entdecken. Dies gilt insbesondere für Bordesholm. Für viele Zugreisende ist der knapp 8.000 Einwohner*innen zählende Ort lediglich eine der Haltestationen zwischen Kiel und Hamburg, doch es lohnt sich ungemein, den Schritt durch die Zugtür zu wagen und dem sympathischen Städtchen einfach mal „Moin!“ zu sagen. Von der malerischen Klosterinsel grüßt die Klosterkirche zurück, die einst zu einem Augustinerkloster gehörte und als Wiege der Christian-Albrechts-Universität gilt. Nach der Schließung der dort ansässigen Lateinschule im Jahre 1665 gründete Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf nämlich die Universität in Kiel. Die Bordesholmer Lateinschule wurde in die neue Hochschule überführt, die Bibliothek bildete den Grundstock der heutigen Universitätsbibliothek. Umgeben ist die Klosterinsel vom Bordesholmer See, der mit seinem knapp vier Kilometer langen Rundweg zum Flanieren, Durchatmen oder Verweilen einlädt. Doch wir wollen noch nicht alles verraten. Nur so viel: Man muss wohl tatsächlich norddeutsch-gelassen sein, um bei den vielen vorzeigbaren Attraktionen so bescheiden zu bleiben. Schauen wir sie uns an!