Der neue Landesweite Nahverkehrsplan (LNVP) definiert die Ziele für die kommenden fünf Jahre. Ganz oben auf der Agenda: mehr Kapazität, höhere Verlässlichkeit, mehr Nachfrage. Bei der Elektrifizierung des Schienenverkehrs und der Barrierefreiheit können bereits Erfolge verzeichnet werden, die das Land bis 2031 ausbauen will.
Gesteigerte Nachfrage im Schienenpersonennahverkehr, ein verlässlicheres Gesamtsystem, mehr Barrierefreiheit und ein insgesamt besseres Reiseerlebnis für die Fahrgäste: Diese Ziele steckt sich das Land mit dem neuen Landesweiten Nahverkehrsplan (LNVP) für die Jahre 2027 bis 2031. Im Juli haben Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und Dr. Arne Beck, damaliger NAH.SH-Geschäftsführer, den Plan präsentiert. Ausgangspunkt dabei war die gute Nachricht, dass immer mehr Menschen den Nahverkehr nutzen. Doch das System stößt dadurch auch an Kapazitätsgrenzen, was alle Fahrgäste wissen, die regelmäßig auf stark frequentierten Strecken unterwegs sind. Deshalb war es Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen sehr wichtig, im LNVP „konkrete Maßnahmen vorzusehen, die die Kapazitäten möglichst schnell erweitern und spürbare Verbesserungen für die Fahrgäste bringen“, wie er bei der öffentlichen Vorstellung betonte.
Um nur einige Beispiele zu nennen: Geplant sind für die nächsten Jahre Doppelstockzüge auf den Linien RB 61 von Hamburg nach Itzehoe und auf der Linie RB 71 von Hamburg nach Wrist (Kreis Steinburg), was vor allem Berufspendler*innen in der Metropolregion freuen dürfte. Längere Züge sollen beim RE 72 zwischen Kiel und Flensburg, beim RE 74 von Kiel nach Husum und in der RB 84 von Kiel nach Lübeck für Entlastung sorgen. In den Großräumen Kiel und Flensburg kommen neue Haltepunkte hinzu, sodass sich die Anbindung für diverse Ortschaften in diesen Regionen verbessert. Außerdem sind neue Regio-S-Bahnen, die Elektrifizierung der Marschbahn und weitere verbesserte Hamburg-Anbindungen in Planung.
Das Land führt damit einen Weg fort, der bereits mit dem letzten LNVP (2022–2026) erfolgreich eingeschlagen wurde: Die Fahrgastzahlen zwischen 2019 und 2025 konnten um 20 Prozent gesteigert werden, obwohl der ÖPNV in diesem Zeitraum noch die Folgen der Coronapandemie zu bewältigen hatte. An der Barrierefreiheit im Nahverkehr wurde in den letzten Jahren ebenfalls intensiv gearbeitet. Mittlerweile sind unter anderem durch ein Programm von Land, NAH.SH und DB InfraGO 95 Prozent der Bahnstationen barrierefrei ausgebaut.
Auch bei der Klimaneutralität geht es voran: Durch den Einsatz von 55 Akkuzügen auf 40 Prozent der Bahnstrecken spart das Land jährlich zehn Millionen Liter Diesel und 26.000 Tonnen CO₂ ein. 2022 wurde zudem der Betrieb aller E-Züge auf Ökostrom umgestellt. Mit der S5 nach Kaltenkirchen, der Umstellung des restlichen AKN-Netzes auf Akkuzüge, der Elektrifizierung der Marschbahn sowie der Strecke zwischen Niebüll und Dagebüll wird die Umstellung auf Elektrobetrieb fortgesetzt. In naher Zukunft wird der gesamte schleswig-holsteinische Bahnverkehr unter Strom fahren.
„Es war uns wichtig, im neuen LNVP konkrete Maßnahmen vorzusehen, die die Kapazitäten möglichst schnell erweitern und spürbare Verbesserungen für die Fahrgäste bringen.“
Claus Ruhe Madsen,
Verkehrsminister in Schleswig-Holstein