Nordfriesische Sommerbrise

Wer hätte das gedacht: In diesem sympathisch-friesischen, von dänischer Kultur angehauchten Städtchen steckt Deutschlands nördlichste Fairtrade Town, die verkehrs­touristische Drehscheibe Nordfrieslands und eine ganz hervorragende Gastgeberin für einen herrlichen Tag unter der norddeutschen Sommersonne! ­Niebüll ist wahrlich ein überraschend vielseitiger Ort zum Entdecken. Die charmante Innenstadt lockt mit familien­geführten Fach­geschäften, einem bunten Wochenmarkt und kleinen ­Cafés. Wer Kultur sucht, findet in fußläufiger Entfernung zum Bahnhof gleich drei Museen: das Richard-Haizmann-Museum, das Naturkundemuseum und das Friesische Museum – zusammen ein Potpourri aus Kunst, Flora, Fauna und nordfriesischer Geschichte. Sommerliche Stunden lassen sich in Niebüll gleicher­maßen im Grünen wie im kühlen Nass genießen. So will auch Durchreisenden Richtung Sylt, Föhr oder Dänemark gesagt sein: Hiergeblieben, der Urlaub beginnt in Niebüll!

Das heutige Heide ist Kreisstadt und somit Verwaltungszentrum für den Landkreis Dithmarschen. Mit etwa 22.000 Einwohner*innen ist die Stadt vergleichsweise klein, doch als Hochschul- und Dienstleistungsstandort hat sie ein Einzugsgebiet, das weit über die Stadtgrenzen hinausgeht. Einige der 1.500 Studierenden an der Fachhochschule Westküste belegen Kurse für Angewandte KI, Green Technology und Nachhaltigkeitsmanagement. Klingt, als stünden die neuen Visionär*innen schon in den Startlöchern. Schauen wir mal, was es vor Ort zu entdecken gibt!

Anfahrt mit NAH.SH:
Zum Beispiel von Kiel aus mit RE 74 bis Husum, von dort weiter mit RE 6 bis Niebüll. Vor Abfahrt am besten noch mal den Routenplaner auf www.nah.sh checken oder die NAH.SH-App nutzen.

10.10 Uhr

Frühstück am Rathausplatz

Unser Tag startet genussvoll am Rathausplatz. Vom Bahnhof sind es nur wenige Schritte bis ins Zentrum. An einer von Niebülls Hauptschlagadern öffnet pünktlich um 10 Uhr die Tür des Cafés im Ratskeller. Der Duft von frischem Kaffee liegt in der Luft, auf den ­Tischen stehen Frühstücksteller mit vielen Leckereien, auch in vegetarischen, veganen und glutenfreien Varianten. ­Drinnen herrscht quirlige Caféhausatmosphäre, draußen blickt man direkt ins lebendige Treiben der Hauptstraße.

Café im Ratskeller
Hauptstraße 44
Mo. bis Fr. 10–18 Uhr,
Sa. 10–13 Uhr
www.kaffeemaus.de

11.15 Uhr

Bummel und Bücher

Der Heider Marktplatz gilt mit einer Fläche von knapp fünf Hektar als der größte unbebaute Marktplatz Deutschlands. Neben dem Wochenmarkt finden hier Beachpartys, Konzerte, Jahr- und Flohmärkte sowie die Kohltage im September statt. Historisch entstand er als Versammlungsplatz der Bauernrepublik Dithmarschen im 15. Jahrhundert. Zeugin dieser Geschichte ist die angrenzende und frisch sanierte St.-Jürgen-Kirche.

Stadtbücherei Niebüll
Hauptstraße 46
Mo., Di., Do., Fr. 9.30–13 Uhr und 15–18 Uhr, Sa. 10–12 Uhr
www.stadtbuecherei-niebuell.de

12.20 Uhr

Sonne tanken im Grünen

So langsam gewinnt die Sonne an Kraft – Zeit, den Stadtkern hinter sich zu lassen und im Grünen eine erste kleine Pause einzulegen. Unser Weg führt Richtung Westen und mitten hinein in den Marschenpark am Stadtrand. Der etwa zehn Hektar große Landschaftspark mit seinen sanft modellierten Hügeln verbindet auf elegante Weise ­Technik und Natur. Er entstand erst vor einigen Jahren rund um ein Regenrückhaltebecken, das für die Ent­wässerung der Marschenlandschaft wichtig ist. Vier nachgebildete Deichprofile zeigen, wie sich der Hochwasserschutz in der Region zwischen 1600 und 1980 entwickelt hat.

Marschenpark
Butterfennenweg
Rund um die Uhr frei zugänglich

13 Uhr

Abkühlung im Naturbad

Nur ein Stückchen weiter wartet mit dem Naturbad ­Wehle ein perfekter Ort für eine Ganzkörpererfrischung.
Die Wasserlandschaft am westlichen Ortsrand geht auf ein dramatisches Ereignis zurück – einen Deichbruch während der Weihnachtssturmflut von 1593. Dabei entstanden die sogenannten Wehlen, wassergefüllte Senken in der Marsch. Heute präsentiert sich die große Wehle als idyllischer Badesee mit hervorragender Wasserqualität.

Naturbad Wehle
Mühlenstraße Ecke Deichstraße
Badeaufsicht und Sanitäranlagen:
Juni, Juli, August täglich 13–18 Uhr
www.niebuell.de

14 Uhr

Friesische Zeitreise

Ein echtes Muss für alle, die mehr über die Geschichte Nordfrieslands erfahren möchten, ist eine Führung im Friesischen Museum! Das über 200 Jahre alte Gebäude ist bereits ein Highlight: ein traditionelles uthlandfriesisches Langhaus mit Reetdach und stabiler Ständerbauweise. Massive Eichenbalken tragen das Dach, die Mauern aus Ziegeln sind mit Lehm verputzt – gebaut, um selbst Sturmfluten standzuhalten. Im Inneren zeigt das Museum, wie die Menschen hier vor der Industrialisierung lebten und arbeiteten.

Friesisches Museum
Osterweg 76, Ortsteil Deezbüll
Juni bis Sept. täglich 14–16 Uhr
Kostenlose Führung täglich um 14 Uhr
www.friesisches-museum.de

15.30 Uhr

Cool-down im Garten

Nur wenige Minuten vom Museum entfernt lässt sich im alten Obstgarten des Hotels Landhafen auch das letzte Fünkchen Alltag vergessen. Im Schatten der Bäume ­genießt man hier zur „Koffitied“ Heißgetränke in echter Friesenstärke und eine saisonale Kuchenauswahl. Mit seiner Kombination aus nordfriesischem Landhausflair und modernem Industriedesign ist es ein idealer Ort, um kurz durchzuatmen, bevor es weitergeht zum nächsten Highlight des Tages.

Hotel Landhafen
Deezbüller Straße 70
„Koffitied“ täglich ab 15 Uhr
www.landhafen.com

16.30 Uhr

Es fährt ein Zug nach …

Ein Stück weiter südlich zeigt Niebüll seine routinierte Seite, die viele nur von der Durchreise kennen: das Auto­zugterminal. Von hier aus fahren über 12.000 Züge pro Jahr die 39 Kilometer über den berühmten Syltdamm nach Westerland auf Sylt. Auf speziell konstruierte Transportwagen werden Pkw, Motorräder und Transporter verladen. Ein spannender Ort für Eisenbahnfans, an dem sich das geschäftige Treiben wunderbar beobachten lässt.

Verladebahnhof Sylt Shuttle
Kurt-Bachmann-Ring 2
www.syltshuttle.de

18.30 Uhr

Ausklang im Friesenhof

Bevor wir die Heimreise antreten, ist noch Zeit für eine genussvolle Stärkung. Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt liegt das gemütliche Restaurant der Gastwirtsfamilie Raffelhüschen. Der Friesenhof ist eine beliebte Adresse für norddeutsche Gastlichkeit. In entspannter Atmosphäre lassen sich hier regionale Spezialitäten und frisch zubereitete Gerichte genießen, um einen erlebnisreichen Tag noch einmal in aller Ruhe Revue passieren zu lassen.

Restaurant Friesenhof
Bahnhofstraße 26
Mi. bis So. 17–23 Uhr
So. zusätzlich 11–14 Uhr
Zeiten für warme Küche auf der Website
www.restaurant-friesenhof.de

Merkzettel fürs nächste Mal: Niebüll ist auch einen zweiten ­Besuch wert!
Noch mehr Kunst und Geschichte gibt’s im Richard-­Haizmann-Museum mit ­Werken des ­Malers, Bildhauers, Grafikers und ­Keramikers Richard Haizmann
(1895–1963), der von 1934 bis zu seinem Tod in Niebüll lebte und arbeitete.
www.haizmann-museum.de